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Der Zuckerzoll für süchtige Pilze und Bakterien

Wie funktionieren Pflanzen?

Sehr vereinfacht erklärt produzieren Pflanzen in erster Linie aus Sonnenlicht und Kohlenmonoxid, also aus unserem Atemabfall, neuen Sauerstoff. In einem weiteren Schritt produzieren sie Zucker.

Dafür brauchen sie vor allem Stickstoff. Wenn genügend davon im Boden vorhanden ist und die weiteren lebensnotwendigen Stoffe wie Wasser, Luft und Licht auch, kann sie einen Zuckerüberschuss produzieren.

Dieser Überschuss dient als Tauschmittel mit Pilzen, Bakterien und Mikroorganismen, welche sie dafür vor Frassfeinden im Boden schützen. Je mehr Zucker in den Leitungsbahnen der Pflanze zirkuliert, desto gesünder und widerstandsfähiger wird sie gegenüber Schadorganismen unter und über der Erde. 


Zuckerüberschuss und unsere Ernährung:

Durch unsere Ernährung nehmen wir unwissentlich einen grossen Teil der Pflanzenschutzrückstände auf, die zum Beispiel eingesetzt wurden, um Gurken zu spritzen. Natürlich müssen dabei viele Werte vom Ausbringen des Mittels bis zur Ernte eingehalten werden. Doch sind wir ehrlich: Die Qualität von Obst und Gemüse betreffend seine Lagerfähigkeit und auch punkto Nährwert (Zuckergehalt) hat in den letzten Jahren wesentlich abgenommen, und manchmal frage ich mich, wo das Aroma gewisser Früchte geblieben ist.

 

Die Zusammenhänge diesbezüglich sind einfach: 

Durch das Befahren des Bodens mit schweren Maschinen wird dieser verdichtet, das Bodenlebewesen stirbt. Gleichzeitig wird durch Pflanzenschutz die Pflanze geschwächt und durch künstlichen Dünger unnatürlich zum Wachsen angetrieben, damit schneller wieder geerntet werden kann. Das Tragische dabei ist, dass wir ein angeblich gesundes Obst/Gemüse produzieren, dieses essen und danach weder satt noch mit den für uns lebensnotwendigen Nährstoffen versorgt sind, die angeblich enthalten sind. Also leiden wir trotz gesunder Ernährung unter Mangelerscheinungen und der Boden leidet mit.

Was kann ich dagegen tun?

Tu dir etwas Gutes, kaufe, wenn möglich, Bio-, Demeter‑ oder Permakulturproduzierte Lebensmittel. Ja, sie sind teurer, aber auch nahrhafter und länger haltbar. Wenn du einen Balkon, Garten oder einen Schrebergarten hast, dann produziere dein eigenes gesundes Gemüse. Falls dies für dich finanziell nicht infrage kommt, iss saisonal, was im näheren Ausland oder in der Schweiz produziert wurde, so sparst du lange Transportwege und dein Obst ist frischer beim Verzehr.


Wie messe ich den Zuckergehalt?

Den Zuckergehalt der Pflanzen misst man mit dem Refraktometer, welches den Zuckergehalt in Flüssigkeiten durch die Lichtbrechung misst. Je höher der Zuckerwert, desto stärker wird das Licht gebrochen. Der Zuckergehalt kann bei jungen Pflanzen durch das Ausdrücken der Blätter und bei Obst mit der Saftentnahme durch Auspressen gemessen werden. Das Messgerät hat im Inneren eine Skala, welche dir den Zuckergehalt in Brix angibt: 1BX =1g Zucker in 100g Flüssigkeit. 

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