Was ist Boden?
Bodenbewohner fördern und gesunde Pflanzen ernten:
Boden ist einfach da …
Täglich gehen wir darüber, wir verdichten und asphaltieren ihn für eine Strasse. Machen eine schöne Planie, um den Rasen zu entrollen, damit der Garten schnell begrünt ist. Wir entnehmen Boden, um ein Haus zu bauen, und laden ihn irgendwo in einer anderen Klimazone wieder ab. Wir bohren tiefe Löcher und verschieben damit das komplette Bodengefüge.
Bei langen und warmen, sonnigen Tagen:
Trocknet ein Boden langsam aus, es entstehen Furchen, die sich zu Rissen ausdehnen, weil sich der Boden immer mehr zusammenzieht. Unsere Habgier und Unwissenheit wird uns eines Tages den Boden unter den Füssen wegziehen oder uns einfach verhungern lassen.
Doch wieso? Boden ist doch einfach da?
Ja, das Grundgefüge wird im Grossen und Ganzen bestehen bleiben, doch was ist nun Boden? Boden ist eine Ansammlung von Steinen, Sand, Schluff und Ton-Humus-Komplexen und organischer Substanz. Ein lebender Organismus aus Bakterien, Pilzen und Insekten und Wurzeln, die in gegenseitiger Absprache Güter wie Zucker und Nährstoffe austauschen.
Wasser- und Bodenproblematik
Durch die klimatischen Wetteränderungen werden vor allem in den wärmeren Jahreszeiten die in den Boden eingebrachten Dünger nicht mehr richtig gelöst und Salze reichern sich an. Weil die Trockenphasen immer länger werden und das Bodenwasser dadurch schneller verdunstet. Das Salz entzieht der Pflanze zusätzlich Wasser, was dazu führt, dass viele Pflanzen vorzeitig zur Produktion der herbstlichen Farbenpracht übergehen oder an Ort und Stelle vertrocknen.
Klar können wir dies mit einer Bewässerungsanlage umgehen, doch ist das wirklich die Lösung?
Die Pflanzen düngen, damit sie schön und kräftig wachsen, intensiv wässern und dann eine Ernte einfahren, welche uns selten mit den für uns notwendigen Nährstoffen versorgt?
Fehlt jedoch das Wasser im entscheidenden Moment, nun ja, dann werden die Früchte nur notdürftig ausgebildet oder die bereits geschwächte Pflanze wird krank, der richtige Zeitpunkt für eine Giftkeule, damit sich das Elend verkleinert oder ganz verschwindet, doch im Endeffekt schwächt dies die Pflanze noch mehr …
Viele Dinge, die wir im Leben unternehmen, schaffen vor allem Probleme und keine Lösungen.
Was sind die Vorteile?
Bodenaufbau ist grundsätzlich einfach, braucht aber je nach Methode Wissen, Erfahrung und Zeit, Geduld abzuwarten und den Bodenlebewesen bei der Arbeit zuzusehen, stillzusitzen und nichts zu tun. Nun ja, manchmal sehr schwierig in der Umsetzung, wenn’s nicht schnell genug geht, aber in puncto Bodenaufbau extrem lohnenswert. Mit dem Bodenaufbau wird ungeeigneter oder ermüdeter Boden wieder fruchtbar gemacht und mit Bodenleben und unterschiedlich tief wurzelnden Pflanzen angereichert, welche den Boden belüften und Gänge schaffen, welche das Wasser zum Versickern nutzen kann.
Wie sind die Möglichkeiten?
Der Garten kann auf verschiedene Arten gemulcht werden. Man kann eine heisse Rottte (Kompost) aufsetzen oder einen Wurmkompost mit Grünabfällen füttern. Für die Wohnung oder den Balkon gibt es schöne funktionelle Wurmkomposter, bei denen regelmässig Saft oder Erde entnommen werden kann, um deine Pflanzen mit Dünger zu versorgen. Die Wurmvase aus Ton kann direkt in einem Gefäss eingegraben werden und darin lassen sich bequem zerkleinerte Pflanzen und Gemüse-/Obstreste aus der Küche kompostieren. Wenn es dich aus ästhetischen Gründen nicht ekelt, kann auch direkt in die Balkonkisten kompostiert werden. Ich achte dabei darauf, keine frischen Beerenabfälle zu kompostieren, denn diese locken ungebetene Gäste an. Falls du noch keine Regenwürmer und Bodentiere in deinen Kisten hast, ist es notwendig, die Erde mit Bewohnern anzureichern.